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Foto zeigt Zeitungsausschnitte, Presseartikel über Rosmarie Brunner
Presseartikel über Rosmarie Brunner

Presseartikel über Rosmarie Brunner

Berner Generationenhaus: «Wir Grossmütter sind aufmüpfig , engagiert und voller Lebensfreude»

Gleichstellung Grossmütterrevolution
Berner Generationenhaus Text: Andy Hochstrasser, 10. März 2021

Interview mit Barbara Gurtner und Rosmarie Brunner

Die Rolle der Grossmütter hat sich stark verändert. Mit der gestiegenen Lebenserwartung bleiben heute nach der Pension noch 20 bis 30 Jahre Lebenszeit. Diese nutzen Grossmütter zwar auch, um Enkelkinder zu hüten – aber längst nicht mehr nur. Heutige Grossmütter sind berufstätig und interessieren sich für Kultur, Gesellschaft und Politik. Diesen Wandel will die GrossmütterRevolution* sichtbar machen. Barbara Gurtner (77) und Rosmarie Brunner (62) erzählen, warum sie sich engagieren und bis ins Alter für Anliegen von Frauen kämpfen. 

Manche werden mit 55 Grossmutter, manche mit 80, manche nie – und die Lebensgeschichten sind vielfältig. Gibt es etwas, das die heutige Generation der Grossmütter eint?

Barbara Gurtner: Was uns verbindet ist, dass wir ins Alter gekommen sind mit der Möglichkeit, politisch mitzubestimmen. Eben haben wir ja 50 Jahre Frauenstimmrecht gefeiert. Wir stehen deshalb an einem ganz anderen Punkt als damals unsere Grossmütter. Auch, weil wir Berufe lernen und einer bezahlten Arbeit nachgehen konnten. Für diese Rechte haben wir gekämpft und erreicht, dass wir Frauen heute unabhängiger sind. 

Sie waren 12 Jahre alt, als das Frauenstimmrecht eingeführt wurde. Wie hat der Kampf für die Gleichberechtigung von Mann und Frau Sie geprägt? 

Rosmarie Brunner: Ich habe schon als kleines Kind mitbekommen, wie haarsträubend es meine Mutter fand, dass ihr als Frau nicht die gleichen Kompetenzen und Rechte zugesprochen wurden wie meinem Vater, nur weil der zufälligerweise ein Mann war. Ich erinnere mich zum Beispiel an ihre Wut, nachdem ihr auf dem Polizeiposten nicht erlaubt worden war, für mich eine Identitätskarte ausstellen zu lassen. Dafür brauchte es damals die Zustimmung und Anwesenheit meines Vaters. Gleichzeitig war aber auch mein Vater (Jahrgang 1918) sehr aufgeschlossen. Er engagierte sich bei der Kinderbetreuung und überliess das Autofahren ganz selbstverständlich meiner Mutter.

Inzwischen sind einige Jahre vergangen. Sie könnten sich nun zurücklehnen und auf Kreuzfahrt gehen. Warum engagieren Sie sich weiterhin für Frauenthemen in der GrossmütterRevolution? 

Barbara Gurtner: Es gibt mir Kraft, zu sehen, wie sich auch andere Frauen engagieren. Nach der Einführung des Frauenstimmrechts herrschte eine Stimmung des Aufbruchs. Die neue Frauenbewegung formierte sich und eroberte die Strasse. Dieses Gefühl von Solidarität spornte mich immer weiter an – bis heute! Und es macht Mut. Deshalb engagiere ich mich in der GrossmütterRevolution. Sie hat etwas «Aufmüpfiges», aber auch Lustvolles – das passt!

Rosmarie Brunner: Als kleines Mädchen wurde ich einmal gefragt, was ich werden wolle. Ich antwortete: «Grossmutter!» Damit meinte ich nicht, eigene Kinder oder Grosskinder zu haben, sondern eine alte weise Frau zu werden. Wie weise ich geworden bin, sei dahingestellt, aber ich werde nun alt (schmunzelt). Als ich von der GrossmütterRevolution gehört habe, fühlte ich mich sofort angesprochen. Schon bei meiner ersten Tagung vor circa drei Jahren dachte ich: Da sind ganz viele alte tolle Weiber. Sie engagieren sich teilweise seit Jahrzehnten für die Sache der Frau, für sich selbst, auf ganz verschiedene Art – das ist grossartig. Auf einer anderen Ebene bin ich übrigens doch noch «Grossmutter» geworden. Mein Mann, den ich vor elf Jahren kennenlernte, hat fünf Grosskinder – sie sind nun meine «angeschmuusten» Grosskinder. 

Den ganzen Artikel lesen Sie auf der Website des Berner Generationenhauses


Basellandschaftliche Zeitung BZ, 1. Dezember 2019: Geist kommt vor Geld, Heimatschutz diskutiert über Umnutzung der Kirchen

Kiosk? Geburtshaus? Sterbehospiz? Der Baselbieter Heimatschutz lud zur Diskussion ein. Dabei ging es um die Umnutzung der Kirchen.

Geld und Geist. Dieses Spannungsfeld machte der Baselbieter Heimatschutz zum Thema seines diesjährigen Forums für Baukultur. Konkret ging es um den Umgang mit Kirchen und ihrer Umgebung bei Umnutzungen. Dazu lud der Heimatschutz am Freitagabend zwei Pfarrer und zwei Architekten zur Diskussion in die Muttenzer St. Arbogast-Kirche ein. Rund 40 Personen, darunter Fachleute aus Architekturkreisen und Denkmalpflege, folgten dem munteren Gespräch unter Leitung von bz Baselland-Redaktionsleiter Hans-Martin Jermann.

Aufgetischt wurden aber nicht fertige Rezepte, wie nicht mehr gebrauchte Kirchen und Annexgebäude neu genutzt und angrenzende, ehemalige Pfarrmatten bebaut werden können. Vielmehr glich die Diskussion einem vorsichtigen Herantasten, in welche Richtungen Lösungen gehen könnten. Die Basler Theologin Rosmarie Brunner skizzierte ein paar Beispiele: Ein Pfarrhaus kann zu einem Geburtshaus werden, auf einen nicht mehr benötigten Friedhofteil kann ein Sterbehospiz samt Café zu stehen kommen, Kirchen können zu einem Ort «für alle HD-Läpplis dieser Welt», zu einem Nachbarschaftstreff oder zur Gassenküche werden. Sie will aber Sakralbauten nicht den neuen Heiligen wie etwa dem «Heiligen Max der Gewinn-Max-imierung» opfern, wie sie augenzwinkernd zu verstehen gab. Brunner betonte: «Kirchen sind besondere Räume. Ihre Umnutzung muss pietätvoll sein.»

Ihr Berufskollege, Industriepfarrer Martin Dürr, öffnete den Fächer und meinte, dass zumindest Kirchenteile zu Postfilialen oder Kiosken werden könnten. Wo aber genau die Grenzen einer Kirchenumnutzung liegen, mochte niemand auf dem Podium abstecken. Brunner: «Jedes Dorf hat andere Bedürfnisse. Das kann man nicht so absolut sagen.» Und Dürr: «Es gibt eine brutale ökonomische Realität: Die Kirche kann ihre Räume nicht erhalten. Deshalb will ich nichts ausschliessen.» Denkbar seien auch Baurechtsverträge mit Zwischennutzungen, denn vielleicht änderten die Zeiten wieder.

Vom Schraubenlager zum beliebten Festort

Hier hakte der Laufentaler Architekt Markus Jermann ein. Die Schloss-Kapelle in Zwingen sei «brutal» umgenutzt worden, habe über Generationen als Schraubenlager gedient. Seit ihrer Renovation sei sie ein beliebter Ort für Taufen und Hochzeiten. Kirchen sollten so eingerichtet werden, dass sie einfach umgenutzt werden können, gerade für Feste. Die Grenzen: «Man darf nicht wegen des Geldes die ganze Identität von Kirchen und ihrem Umfeld kaputt machen.»

Elementar sei der Übergang von Profanem zum Mysterium Kirche. Hier könne man mit qualitätslosen Neubauten enorm viel zerstören. Etwas, was die Münchensteiner Architektin Corinne Schweizer unterschreiben kann: «Qualität muss wichtig sein. Wir erhalten immer wieder Anfragen für Nutzungskonzepte und es gibt etliche Möglichkeiten. Eine Kirche bleibt aber eine Kirche.»

Praktisch alle auf dem Podium betonten einen zentralen Punkt: Bei Transformationsprozessen muss die Bevölkerung möglichst früh miteinbezogen werden. Dürr sieht sich und Konsorten dabei auch als Entschleuniger: «Prozesse in der Kirche brauchen länger. Wir müssen der Sand im Getriebe der Zeit sein und nicht die unheimliche Geschwindigkeit in der Wirtschaft mitmachen.»
Der Artikel als PDF-Datei:


Regio aktuell, 10. Juni 2019: Tat und Rat in wichtigen Lebensübergängen

Regioaktuell 6 2019 web
Rosmarie Brunner, freie Theologin in Regio aktuell 6/2019
Bildunterschrift: Rosmarie Brunner schätzt die Nähe zu den Menschen und nimmt deren Bedürfnisse als freie Theologin individuell auf.

Rosmarie Brunner begleitet als freie Theologin Menschen in Lebensübergängen. Sie berät und traut Paare, feiert Taufen und führt Abdankungen durch. Als Theologin bringt sie 25 Jahre Berufserfahrung im Pfarramt mit. Ausserhalb der kirchlichen Strukturen kann sie noch stärker auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen.

«Ja, ich habe Menschen gern.» Es ist ein einfacher Satz, der aber viel über Rosmarie Brunner aussagt. Die Baslerin schätzt die Begegnung, den Austausch und auch schon den einfachen Kontakt mit Menschen. Sie
möchte dabei hinter die Fassade blicken. Die ungeschminkte Wahrheit sehen. «Mir geht es stets um das Wesen und den inneren Kern und nicht um das, was ich oberflächlich sehe.» Sie ist interessiert an wahren Begegnungen, an Dingen, die Menschen bewegen und berühren. Wenn sie aber spürt das Gegenüber möchte dies nicht zulassen, sei sie keine, die unnachgiebig weiterbohrt. Als Theologin ist der Umgang mit Menschen für Rosmarie Brunner Alltag. Nach ihrem Theologiestudium und dem damit verbundenen Vikariat arbeitete sie während 25 Jahren im Pfarramt in Liestal. Vor zehn Jahren wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und arbeitet seitdem als freie Theologin. Dabei kann sie sich noch gezielter und individueller den Bedürfnissen der Menschen widmen, die ihre Beratung und Begleitung wünschen. «Innerhalb der kirchlichen Strukturen war ich auch anderen Wesentlichkeiten verpflichtet», erklärt Brunner, ohne dies als negativ zu taxieren. «Ich machte dies gerne und das gehört einfach zu den Aufgeben des Pfarramts innerhalb der Kirche dazu. Und das ist auch in Ordnung so.»
Wenn sie früher als Pfarrerin ein verlobtes Paar im Rahmen der Hochzeitsplanungen nur einmal vorher treffen konnte, hat sie heute dafür wenn gewünscht viel mehr Zeit. Ob bei Taufen Hochzeiten oder Abdankungen – die Selbstständigkeit bietet der Theologin noch mehr zeitlichen, aber auch inhaltlichen Raum in der Planung und Ausgestaltung der Feiern. Man kauft bei Rosmarie Brunner kein fixfertiges Paket ein. In den vorbereitenden Gesprächen wird besprochen und abgemacht welchen Charakter die Feier, die Zeremonie haben soll. Das Formulieren ihrer Rede bleibt aber nach wie vor der Theologin vorbehalten.

Feiern ausserhalb der Kirche

Rosmarie Brunner beobachtet dass das Bedürfnis nach mehr Individualität zunimmt. Die Selbstverständlichkeit, die Zeremonien in der Kirche abzuhalten, nimmt aber gleichzeitig ab. Sie würde aber nie etwas anbieten, das sie in der Art und Weise nicht auch in einer Kirche oder Kapelle durchführen würde. «Aber klar bietet es mehr Möglichkeiten, wenn man nicht an kirchliche Orte gebunden ist.» Das Feiern auch an ungewöhnlichen Orten wird mit Rosmarie Brunner möglich, ohne auf das Know-how und die Erfahrung der studierten Theologin verzichten zu müssen. Der religiöse Hintergrund der Menschen kann unterschiedlich sein. «Sie müssen nicht ChristInnen, können streng gläubig oder auch atheistisch sein», sagt Rosmarie Brunner.
Lebensübergänge ziehen sich wie ein roter Faden durchs Leben der Theologin. Existenzielle Phasen machen ungeschminkte Begegnungen möglich. «Die Fassade bröckelt, die Schminke tropft ab», pflegt Rosmarie Brunner zu sagen. Solche Lebensübergänge stellen auch berufliche Veränderungen dar, im negativen Sinne bei Entlassungen. Im Verein Job-Club unterstützt sie Menschen auf der Suche nach einer neuen Stelle. Dazu gehören eine objektive Standortbestimmung, die Optimierung des Bewerbungsdossiers und das Üben von Bewerbungsgesprächen. Dabei helfen ihr die Erfahrungen in der Erwachsenenbildung als Pfarrerin. «Es geht zuerst um das Verarbeiten der Kündigung, eines negativen Erlebnisses. Man muss sich in einer solchen Situation häufig neu erfinden und neue Kompetenzen entdecken. Da möchte ich die Menschen begleiten.»
Rosmarie Brunner interessiert sich für das Wesen der Menschen – ob in glücklichen oder traurigen Momenten oder auf der Suche nach einer neuen Aufgabe.
tg•

Büro für Tat und Rat. Feiern nach Mass
Rosmarie Brunner, freie Theologin
Im langen Loh 251, 4054 Basel

Magazin «Regio Aktuell» Juni 2019


Magazin 50plus, Juni 2014: Von der Pfarrerin zur freien Theologin, Clownin und Gastgeberin

Magazin 50plus, Juni 2014: Von der Pfarrerin zur freien Theologin, Clownin und Gastgeberin
Rosmarie Brunner: von der Pfarrerin zur freien Theologin,

«Mit 50 überlegte ich, was ich bisher gemacht habe und fragte mich: Wie geht es die nächsten 25 Jahre weiter?»
 
Seit Ende des Studiums war Rosmarie Brunner Pfarrerin in Liestal. Dann hatte die Baslerin gemerkt, dass sie grundsätzlich etwas ändern muss. Den Beruf wollte sie aber nicht wechseln. «Ich beschloss, als freie Theologin weiterzuarbeiten.» Seit fünf Jahren führt Brunner als Selbständige Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen durch. «Feiern nach Mass» steht als Überschrift auf ihrer Hompage – ihre Kunden entscheiden, ob der besinnliche Anlass am See, in einer Waldhütte oder doch in der Kirche stattfindet. Sie sei für alle da, sagt die Theologin…
 
Den vollständigen Artikel von Benedikt Lachenmeier finden Sie im Magazin 50plus Nr. 3 Juni 2014 (Das Magazin für ein genussvolles Leben) in der Rubrik «Gesellschaft».


BEST OF BASEL vom 18. November 2013: Seelensorgfalt

Bild: Rosmarie Brunner im Magazin Best of Basel

Viele Menschen wollen nicht auf einen Seelsorger verzichten …, auf die Kirche jedoch schon. Als selbstständige Theologin öffnet Rosmarie Brunner Räume für Gefühle und Unaussprechliches, bringt Stilles und Zwischentöne zur Geltung.

Rosmarie Brunner hat an den Universitäten Basel und Bonn evangelische Theologie studiert und war über 25 Jahre Pfarrerin in Liestal. Heute arbeitet sie als freie Theologin und hilft mit grosser Empathie und ideenreichen Einfällen bei den kleinen und grossen Herausforderungen des Alltags. In den persönlichen Gesprächen mit Brautpaaren, Trauernden und Taufeltern hört sie mit offenem Herzen und offenen Sinnen zu. Während den Feiern ist sie präsent, berührend, fesselnd. Ihre Ausdrucksweise ist der jeweiligen Situation, der Stimmung, der individuellen Befindlichkeit angepasst. Ihre bildreiche, poetische Sprache, die nahe bei den Menschen und ihrem Erleben ist, inspiriert zum Lachen und zum Weinen. Rosmarie Brunner weiss aber, dass sich mit Worten nicht alles ausdrücken lässt. Das Resultat sind deshalb massgeschneiderte Feiern, individuelle Rituale für Menschen. Innerhalb und ausserhalb der Kirchen. Das Leben lädt uns zu mannigfaltigen Übergängen ein: Geburt, Hochzeit, Tod. Ja, das sind die Klassiker unter den Lebensübergängen! In diesen Zeiten des Umbruchs, der Neuorientierung ist eine kompetente Begleitung hilfreich. Bei einer Geburt zum Beispiel erarbeite ich im Gespräch mit den Eltern ein Ritual zur feierlichen Begrüssung des Neugeborenen. Das kann eine Taufe oder eine Segnung sein. Brautpaare hingegen erzählen mir ihre einzigartige Liebesgeschichte, und ich gestalte daraus eine vergnügttiefsinnige Feier am Ort ihrer Wahl. Im Leben wollen die vielen kleinen und grossen Abschiede betrauert sein. Wie helfen Sie bei einem Todesfall? Das Abschiednehmen ist ein langer, schmerzvoller Weg. Sei es bei der Trennung vom Partner, beim Wegzug der Kinder oder natürlich beim Tod eines nahen Menschen. Der Tod …, er kommt. Unversehens, hinterhältig, herbeigesehnt, unerwartet, zur Unzeit. Menschen möchten deshalb durch ihre Trauer begleitet sein. Oft mit Ritualen, die helfen und heilsam wirken. Als freie Theologin kann ich Inhalt und Form des Rituals in freiem, auch religiösem Rahmen und vor allem ganz im Sinne der Betroffenen planen und gestalten. Als Zeremonienleiterin führe ich die Protagonisten und ihre Gäste durch die Feier. Ob in der Kirche oder unter freiem Himmel, ob im Schloss oder in der Scheune: Ich bin einfach da.

Link zum Magazin: «BEST OF BASEL 7» Der vollständige Artikel ist auf den Seiten 62 und 63 zu sehen.


BKB-LadyNews vom 17. Okt. 2013: Das Unsagbare zum Ausdruck bringen

BKB-LadyNews vom 17. Okt. 2013: Das Unsagbare zum Ausdruck bringen
Rosmarie Brunner, Das Unsagbare zum Ausdruck bringen

BKB-LadyNews vom 17. Okt. 2013: Die freie Theologin Rosmarie Brunner aus Basel erzählt unter «Einblicke» von ihrer Tätigkeit und der Begegnung mit dem Tod. 

Rosmarie Brunner (1958) hat sich nach 25 Jahren im Pfarramt 2009 als freie Theologin selbstständig gemacht. Seither bietet sie für Menschen inner- und ausserhalb der Kirche massgeschneiderte Feiern anlässlich wichtiger Lebensübergänge wie Hochzeit, Taufe oder Beerdigung an. Neben ihrer Tätigkeit als freie Theologin tritt sie seit Jahren als Clownin im Clowntheater «sensibellas» auf und amtet als Kursleiterin für Stellensuchende zu den Themen Standortbestimmung und Bewerbungstraining. Ausserdem führt sie seit drei Jahren ein kleines Bed and Breakfast namens «Die Karawanserei».

Dem Erben geht immer der Tod eines nahestehenden Menschen voraus, oft verbunden mit den unterschiedlichsten Gefühlen der Angehörigen. Die freie Theologin Rosmarie Brunner begleitet seit Jahrzehnten Menschen in wegweisenden Momenten des Lebens.

Nach 25 Jahren im evangelischen Pfarramt hat sich Rosmarie Brunner vor vier Jahren als freie Theologin selbstständig gemacht. Als solche umfasst ihr Dienstleistungsspektrum das Gestalten von stimmigen Feiern anlässlich von Taufen, Hochzeiten oder der Beerdigung eines geliebten Menschen. «Im Vorfeld einer Trauerfeier treffe ich mich mit den engsten Angehörigen zu einem ausführlichen Gespräch. Sie erzählen mir, wer unter welchen Umständen gestorben ist, und wir klären Fragen wie: ‹Wie schauen wir auf das Leben des Verstorbenen zurück?› oder ‹Was hilft uns beim Abschiednehmen?›», erklärt Brunner. Nach dieser ersten Phase macht sie sich an das Vorbereiten der Feier. Wichtigster Punkt dabei: Das Schreiben der Rede. «An einer Trauerfeier mit teilweise bis zu tausend Personen sind Gefühle unterschiedlichster Art vorhanden: von tiefer Trauer über Wut und Verwirrtheit bis hin zu Freude darüber, dass die Person – vielleicht am Ende eines langen Leidenswegs – nun endlich zur Ruhe gefunden hat. Diese Gefühle aufzufangen und zu tragen – darin sehe ich meine Aufgabe und darin liegt meine Begabung.» Brunner tut dies hauptsächlich durch eine gut vorbereitete und an die Situation angepasste Rede sowie durch ihre Präsenz während der Feier. «Obwohl ich zu vielen hundert Leuten spreche, versuche ich, den Anwesenden das Gefühl zu geben, ich spräche mit ihnen persönlich.» Dabei sei es wichtig, altgediente Floskeln, wie man sie aus dem institutionellen Rahmen der Kirche kennt, zu vermeiden und so direkt und liebevoll wie möglich zu sprechen. «Gerade in Momenten der Trauer ist der Mensch oft sehr dünnhäutig. Deshalb ist nicht nur die Wahl der richtigen Worte von grosser Bedeutung, sondern auch die Art und Weise, wie ich mit den Trauernden spreche.»

«Obwohl ich zu vielen hundert Leuten spreche, versuche ich, den Anwesenden das Gefühl zu geben, ich spräche mit ihnen persönlich.» …

Website der Basler Kantonalbank besuchen: 
Artikel zu Rosmarie Brunner


Neubad Magazin, Dezember 2012: zuFrieden

Foto zu einem Text von Rosmarie Brunner, freie Theologin, Basel

Jammern tut gut. Klar, Sie machen das nie. Oder nur ganz selten und immer aus gutem Grund. Letzthin hat mir eine junge Frau gestanden, dass sie oft jammere; über die kalten Hände beim Velofahren, über das bisschen zu viel – oder zu wenig? – Salz in der Suppe, über die dunkle Strassenlampe, über den verspäteten Pöstler, über die ungeputzte Waschküche, über den langweiligen Film heut Abend, über ….

Jammern tut gut. Klar, Sie machen das nie. Oder nur ganz selten und immer aus gutem Grund. Letzthin hat mir eine junge Frau gestanden, dass sie oft jammere; über die kalten Hände beim Velofahren, über das bisschen zu viel – oder zu wenig? – Salz in der Suppe, über die dunkle Strassenlampe, über den verspäteten Pöstler, über die ungeputzte Waschküche, über den langweiligen Film heut Abend, über ….

Und mit einem Schmunzeln im Gesicht hat sie angefügt, dass sie wisse, dass dieses Jammern auf sehr hohem Niveau geschehe – verglichen mit Menschen in wirklich schweren Lebenssituationen. Es hat mich beeindruckt, dass sie schon in jungen Jahren um die Relativität des Jammerns weiss.

Als selbständige Theologin habe ich oft mit Menschen zu tun, die allen Grund zu jammern hätten. Sie erzählen mir von diesem geliebten Menschen, den sie soeben verloren haben. In diesen Trauergesprächen wird sozusagen nie gejammert. Es wird viel geweint und auch gelacht.

In der Tiefe nehmen die meisten Menschen ihre wesentlichen Gefühle wahr. Unwesentliches, das einen im Alltag zum Jammern bringt, verschwindet aus dem Blickwinkel. Man braucht alle Kräfte für die Trauer, fürs Abschiednehmen von diesem Menschen, von mit ihm verknüpften Erwartungen, von Unerledigtem, von Nichtgelebtem. Diesen Abschiedsweg zu gehen braucht seine Zeit – selig, wen dieser Weg zum Frieden führt.

Auf hohem Niveau
Zufrieden sein, im Frieden sein mit sich und der eigenen Lebenswirklichkeit – das ist eine Kunst auf hohem Niveau. Was mache ich mit der Gier und der Missgunst, diesen giftigen Zwillingen? Sie schleichen sich zur Hintertür rein, laden ihren bitteren Geschmack in allen Räumen und Ritzen ab bis alles von ihrem Gift getränkt ist.

Zur Vordertüre herein bitten
Wenn sich bei mir Gier und Missgunst zur Hintertür schleichen, dann öffne ich die Haustür ganz weit und bitte die beiden in die gute Stube, serviere ihnen Schokolade und verwickle sie in ein Gespräch. Sehr interessant, was die giftigen Zwillinge über mich erzählen! Wo ich zu kurz gekommen bin, wo ich mich übergangen gefühlt habe, wo ich mich nicht für mich und für andere eingesetzt habe. Und dann jammern wir dreistimmig bis die Schokolade alle ist. Ich begleite sie zur Vordertür und sie zotteln zufrieden ab. Und ich freue mich über meinen Erkenntniszuwachs und dass es mir gelungen ist, das Gift umzuwandeln in Dünger.

Solcher Dünger (und die Schokolade…) lässt mich schärfer sehen und nimmt gleichzeitig meinem Blick auf andere die Härte. Dieser Zuwachs an Selbstwahrnehmung bremst mein Tempo bei der Aburteilung meiner Mitmenschen und relativiert den Anspruch auch an die eigene Perfektion. Klar und liebevoll. Diese Qualität des Blickes begegnet mir oft bei den Brautpaaren, die mir in den Vorbereitungsgesprächen zur Hochzeit ihre Liebesgeschichte erzählen.

Klar und liebevoll
Noch nicht zugekleistert mit Erwartungen, sondern voll Freude über das, was ist. Ganz ähnlich den Kindern, die im Advent die Vorfreude geniessen, das Angeregtsein für das nahende Ereignis. Das Fest beginnt mit der Vorfreude.

Ja, schon, aber was dieses Fest wieder alles mit sich bringt! Vielen von uns wird schon halb übel, wenn sie nur an Weihnachten denken. Erwartungen in allen Variationen wollen jegliche Freude ersticken.

Auch hier gilt: Vordertüre auf, Erwartungen rein, Schokolade auftischen und vielstimmig jammern! Und aadie!

Jammern tut gut – sich freuen ebenso.

Rosmarie Brunner, freie Theologin
Rosmarie Brunner ist selbstständige Theologin und bietet Begleitungen in Lebensübergängen an, z.B. bei Hochzeit, Taufe, Trauerfeier. Sie wohnt im Neubad.


Baslerstab vom 19. Mai 2011: Pfarrerin mit Pfiff

Bild: Zeitungsartikel über Rosmarie Brunner, Theologin/Pfarrerin in Basel

BASEL – Die Heiratssaison hat begonnen. Wer sich auf spezielle Weise vermählen will, der ist bei Tausendsassa Rosmarie Brunner genau richtig.

Rosmarie Brunner sitzt neben ihrem vollgepackten Pult. Nur gerade ihr Laptop findet im Gewühl von Notizzetteln, Büchern und buntem Krimskrams ein kleines Plätzchen. Auch der Rest ihrer Wohnung im Neubadquartier spiegelt ihre Person wieder: bunt, verziert und gemütlich.
Rosmarie Brunner ist Theologin. Über 25 Jahre war sie Pfarrerin in Liestal. «Ich hatte viel mit Menschen zu tun, die eine grosse Distanz zur Institution Kirche haben. Für diese wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit als Theologin,» erklärt sie. Immer wieder wurde sie von jungen Paaren angesprochen, welche zwar «kirchlich», aber nicht in der Krche heiraten wollten. Damit war Rosmarie Brunners Geschäftsidee geboren, und sie gründete ihr «Büro für Tat und Rat – originelle Lösungen für die Herausforderungen des Lebens».
«Sei es bei einer Hochzeit, einer Taufe oder bei einer Beerdigung: Viele Menschen wollen nicht auf einen Seelsorger verzichten, auf die Kirche jedoch schon. Ich organisiere dann die Feier «professionell» versichert Rosmarie Brunner.

Hochzeit auf dem Schiff
So hat sie gerade letzte Woche ein junges Paar auf einem Schiff auf dem Thunersee vermählt. Die beiden sind leidenschaftliche Hochseesegler. Ein anderes Paar wünschte sich die Trauung in den Rebbergen in Liestal, ein weiteres in einem Stadtpark, wiederum andere in einer Scheune auf dem Bauernhof.

Rosmarie Brunner macht alles Machbare und sogar noch ein bisschen mehr möglich. Sie trifft sich mit jedem Paar zwei bis vier mal und geht genau auf deren Wünsche ein. …

Baslerstab vom 19. Mai 2011, von Andrea Perrig: Pfarrerin mit Pfiff Download des vollständigen Artikels als PDF-Datei (851 Kb):


Basler Zeitung vom 26. Februar 2010: Mit Worten allein lässt sich nicht alles ausdrücken

Bild: Zeitungsartikel über Rosmarie Brunner, Theologin in Basel

von Michael Jossen

Im Gang ihrer Wohnung dienen an die Wand genagelte Spachtel als Garderobe. Auf dem Tisch steht ein Kerzenständer, der ebenfalls aus vermeintlichem Müll rezykliert wurde. Rosmarie Brunner ist schrill. Sie bezeichnet sich unter anderem als «Seelsorgerin», «Querdenkerin» und «Wortakrobatin». Sie gestalte Rituale, erzählt die 51-jährige Allrounderin über sich selber. Hinter solch eigenartig anmutenden Beschreibungen verbirgt sich allerdings eine langjährige Berufserfahrung: Ein Vierteljahrhundert lang arbeitete sie als Pfarrerin in Liestal.

Sie stand stets im Kontakt mit Menschen. «Auch Personen, die nichts mit der Kirche zu tun haben, konnte ich helfen.» Manchmal wurde ihr Geld für ihre Arbeit geboten. Aber sie nahm keines an. «Die Menschen fühlen sich unwohl, wenn sie für eine Dienstleistung nichts bezahlen müssen.» Das könnte der ausschlaggebende Grund gewesen sein, dass sie sich im Oktober 2009 selbstständig gemacht hat. «So ist das ein fairer Deal für beide.»

In ihrer langen Zeit als Pfarrerin bemerkte sie, dass sich die Leute von der Kirche entfremden. Deshalb möchte sie Leuten spirituellen Beistand bieten, die den kirchlichen Institutionen eher kritisch gesinnt sind. Zu unpersönlich fände die heutige Generation den Kontakt mit der Kirche. «Trotzdem benötigen viele Menschen Hilfe, um mit neuen Lebensumständen zurechtzukommen». Losgelöst von der Kirche läutet die Pfarrerin mit diesen Leuten Lebensübergänge feierlich ein. Vor allem Personen, die einen beruflichen Wechsel verfolgen oder in einer Beziehungskrise stecken, finden den Weg zu ihr.

Zeremonie
Die reformierte Theologin versucht in Gesprächen herauszufinden, was ihre Kunden wünschen und gestaltet eine passende Zeremonie. Für ein Beerdigungsritual beispielsweise befragt sie die Angehörigen, welche Musik der Verstorbene gerne gehört hat und welche positiven Erinnerungen an ihn geknüpft sind. Solche Informationen fliessen in das Ritual mit ein. …

Basler Zeitung, 26. Februar 2010: «Mit Worten allein lässt sich nicht alles ausdrücken»
Download des vollständigen Artikels aus der Basler Zeitung als PDF-Datei: